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Installation "Nachdenken über das koloniale Erbe"

Kunstinstallation

Cilgia Rageths Projekt erinnert uns daran, dass Vergangenes nicht vergangen ist und fordert uns heraus, uns mit strukturellem Rassismus als Teil unserer kulturellen Identität auseinanderzusetzen.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine partizipative Kunstinstallation mit Work in Progress-Charakter, welche auf mehrjähriger Wanderschaft ist. Sie soll in allen Landesteilen und in allen vier Sprachregionen an 40 - 50 Standorten in der Schweiz mit den Themenschwerpunkten Söldnerwesen und Menschenzoos aufgebaut werden. Danach soll die Reise über viele Stationen quer durch Deutschland bis nach Hamburg gehen, entlang der Route der einstigen Völkerschauen.

Die Idee zu diesem Projekt entstand vor rund 20 Jahren, als sich Cilgia Rageth mit dem Schweizer Söldnerwesen und den internationalen Menschenzoos auseinanderzusetzen begann. Die zündende Idee zur Umsetzung kam ihr im Herbst 2019. Seit damals arbeitet sie an der Realisierung ihres Projekts. Durch die zunehmende Bedeutung der Black Lives Matter Bewegung auf der ganzen Welt und auch in der Schweiz gewinnt das Projekt immer mehr an Aktualität.

Das Ziel der Wanderinstallation ist es, möglichst viele Menschen auf das Thema der Söldnergeschichte und der Menschenzoos aufmerksam zu machen. Das Projekt dient als visueller Anstoss für einen Auseinandersetzungsprozess mit unserem kolonialen Erbe. Man beginnt zu lesen und erfährt Ausschnitte zur Geschichte unseres Söldnerwesens, der internationalen Menschenzoos und der Beteiligung der Schweiz an der Sklaverei. Das Teilen von eigenen Erlebnissen und Gedanken zum Thema ist dabei sowohl Ziel wie auch Teil der Kunstinstallation. Besucher*innen können ihre Erfahrungen an meinereaktion2020@gmail.com senden. Diese werden dann auf transparente Folie übertragen und der Kunstinstallation hinzugefügt.

SÖLDNERWESEN IN KÖNIZ
Die Wanderinstallation macht Halt in Köniz, da auch wir ein koloniales Erbe mit uns tragen. Beim Könizer Aufstand 1513 begehrte die Bevölkerung gegen die unfaire Verteilung von Pensionen für Söldner auf. Der Aufstand, der sich auf mehrere Berner Gemeinden ausweitete, führte schliesslich zur Verfassung des Könizer Brief. In diesem wurde die Annahme von Pensionen durch Privatpersonen verboten und die Stadt Bern gestand Köniz ein Mittbestimmungsrecht bei künftigen Bündnissen mit ausländischen Mächten zu. 2013 fand bereits eine Gedenkveranstaltung zum Könizer Brief in Köniz statt.

ÖFFNUNGSZEITEN
Die Kunstinstallation ist vom 20. Februar bis 20. März 2021 im Kulturhof. Der Eintritt ist gratis und die Installation kann jederzeit draussen im Schlosshof besucht werden.



Bevorstehende Veranstaltungen


Eintritt frei
20/02/2021/00:00

Weitere Infos


Cilgia Rageth  (Künstlerin)
cilgiaragethkunst.ch